You are here: Home Gebiete (Objekte) - Rehabilitationsprojekte

Gebiete (Objekte) und Rehabilitationsprojekte

 

 


Schweiz – Oberaargau (Langetental) «Wässermatten-Stiftung»

Kontaktperson: Markus Ischi

Form der Stiftung garantiert den Bestand
Der Regierungsrat des Kantons Bern beschied 1985, die Wässermatten des Oberaargaus zu erhalten, und zwar soll dies in Form eines integrierten Schutzes vorgenommen werden; das heißt, dass nicht nur die Landschaft erhalten wird, sondern auch die dazugehörende Nutzung, die Bewässerungslandwirtschaft. Der nutzende und pflegende Bauer ist demnach förmlich ein integraler Bestandteil dieser modernen Art von Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen. Am 14. November 1991 hat der Berner Große Rat ein entscheidendes Wort gesprochen und das «Pilotprojekt Schutz der Wässermatten» einstimmig angenommen. Es schafft die rechtlichen und finanziellen Grundlagen zur Verwirklichung einer Pflicht, die als von nationaler Bedeutung betrachtet werden kann. Entscheidend war die geschlossene «Fraktion aller Oberaargauer Großräte» und insbesondere die jahrelange, unbeirrbare Unterstützung durch Regierungsrat René Bärtschi. Am 14. Februar 1992 wurde die vom Regierungsrat eingesetzte Stiftung zum Schutz der Wässermatten gegründet. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Wässerbauern hat sie ihre Tätigkeit erfolgreich begonnen: Bereits im Herbst 1992, nach einem halben Arbeitsjahr, waren Verträge für rund 30 Hektaren Wässermatten abgeschlossen. Heute sind es Verträge für rund 107 Hektar.


flyer wässermatten oberaargau klein vorderseiteflyer wässermatten oberaargau klein innenseiteflyer wässermatten oberaargau klein rückseite

Download: Flyer (2012) zu den Wässermatten im Oberaargau (pdf, 2.5 MB)
 


Deutschland Ortenau «Elzwiesen»
Die Elzwiesen sind eine weiträumige, offene Wiesenlandschaft in der Oberrheinebene der Landkreise Emmendingen und Ortenau. Umgeben von intensiv genutzten Ackerflächen liegt hier eine der letzten größeren "grünen Inseln" im Oberrheintal. Mittels eines im letzten Jahrhundert angelegten Bewässerungssystems aus Gräben, Wehren und Stellfallen werden auf über 300 ha noch die traditionellen Wiesenwässerungen durchgeführt. Es handelt sich um das größte noch intakte Wässerungsgebiet in Baden-Württemberg.

Die Fachschaft für Ornithologie Südlicher Oberrhein im Naturschutzbund Deutschland e.V.  hat unlängst einen sehr beachtlichen Band (320 S.) über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet herausgegeben, das auch den hier bereitgestellten Beitrag von Christian Leibundgut enthält:

Ch. Leibundgut, «Grundzüge der Wiesenwässerung in der Oberrheinebene – historisch und gegenwärtig», in K. Westermann, Das Natur-und Landschaftsschutzgebiet «Elzwiesen». Herausragendes Naturpotential einer alten Kulturlandschaft, Naturschutz am südlichen Oberrhein 5, Buggingen, 2009, 39-52. Artikel-Download (pdf, 2.8 MB)

 

 

 


Deutschland – «Queichwiesen»

Kontaktperson: Pirmin Hilsendegen

queichwiesen wässerung (aufnahme: pirmin hilsendegen)

Infolge des Strukturwandels in der Landwirtschaft sind in den Queichwiesen seit den 1960er Jahren nach und nach einzelne Bereiche nicht mehr bewässert worden. Lediglich in zwei Gemeinden, in Offenbach und Ottersheim, blieb die Wiesenbewässerung ununterbrochen erhalten. Um den weiteren Verfall des Systems aufzuhalten und die Erhaltung der Wiesen durch landwirtschaftliche Nutzung zu gewährleisten, wurde 1996 die "Interessengemeinschaft Queichwiesen" gegründet. Hier kommen Landwirte, Naturschützer, Vertreter der Kommunen und interessierte Einzelpersonen zusammen. In vielen ehrenamtlichen Aktionen wurden seither einzelne Teilbereiche des Bewässerungssystems wieder instand gesetzt. Von 2003 bis 2006 lief ein Natura2000-Projekt, getragen vom Landschaftspflegeverband Südpfalz, bei dem mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der beteiligten Gemeinden große Queichwehre und Bewässerungsgräben im Bereich der Verbandsgemeinde Bellheim ertüchtigt wurden, begleitet von naturschutzfachlichen Erhebungen und umweltpädagogischen Aktivitäten. In den Folgejahren gab es weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Bereich der benachbarten Verbandsgemeinde Offenbach, ebenfalls mit massiver Unterstützung des Landes. Inzwischen werden wieder rund 400 ha Wiesen entsprechend dem Bewässerungsplan von 1972 bewässert. Bei den Landwirten gilt die Bewässerung inzwischen wieder als Garant für eine wirtschaftliche Nutzung der Wiesen. Ebenso profitiert das Wiederansiedlungsprojekt für Weißstörche, getragen von Aktion PfalzStorch e.V., von der Verbesserung des Nahrungsangebotes, die mit der Bewässerung verbunden ist. Der Storch ist damit zu einem wichtigen "Zugpferd" für die Reaktivierung des Bewässerungs-Systems geworden.

Die Queichwiesen-Bewässerung weist ein hohes Kulturerbe-Potential auf. Im Jahr 2017 arbeitete die Interessengemeinschaft mit Unterstützung der Programmleitung "Traditionelle Bewässerung als Kulturerbe Europas“ einen Antrag zur Aufnahme in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aus. Die Eingabe bei der Landesbehörde in Mainz erfolgte  im Oktober 2017. Dort wird es geprüft und an die deutsche UNESCO-Kommission in Berlin weitergeleitet, die über die Aufnahme entscheidet. Die endgültige Entscheidung  wird erst im Frühjahr nächsten Jahres (2019) erwartet.

 
 

queichwiesen störche (aufnahme: pirmin hilsendegen)Siehe auch

  • Aktion Pfalzstorch

  • Buch: Die Queichniederung – Porträt einer Landschaft, Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz Beiheft 45. GNOR, Landau, herausgegeben von Peter Keller, 2013. Ein umfassender und reich bebilderter Band über die Queichniederung ist bei der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. erhältlich, auf die traditionelle Wässerwiesennutzung wird insbesondere in folgenden Buchkapiteln eingegangen:

    • P. Keller «Die Wiesenbewässerung in der Pfalz, mit besonderer Berücksichtigung der Queichniederung» (S. 83-106)

    •  Ch. Leibundgut & I. Kohn «Traditionelle Bewässerung in Europa mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands» (S. 107-143) Anlagen zur Traditionellen Bewässerung waren seit der Frühzeit über den gesamten europäischen Kontinent hinweg anzutreffen. Heute ist der größte Teil dieser traditionellen Anlagen kaum noch rekonstruierbar und nur sehr lückenhaft dokumentiert. Der Beitrag will die Queichwiesen-Bewässerung in den Kontext ...weiterlesen 


Deutschland – Mittelfranken (Nürnberg) «Wässerwiesen im Rednitztal»

Kontaktperson: Gisa Treiber

foto rednitzEin großer Teil der Grünlandflächen im Rednitztal wird mit Hilfe der historischen Form der Wiesenwässerung bewirtschaftet. Diese seit dem Mittelalter erhaltene systematische Bewässerungstechnik nach festgelegten Bewässerungsplänen hatte hier vor allem die Funktion des Ausgleichs von Niederschlagsdefiziten im Frühjahr und Hochsommer. Die Durchführung der Wässerung und die Unterhaltung der Wehre und Hauptgräben unterliegen bis heute den genossenschaftlich organisierten Wässerverbänden. Im Rednitztal existieren noch 6 aktive Wässergenossenschaften. Die Aufrechterhaltung der Bewässerungslandwirtschaft sichert nicht nur eine kulturhistorische Rarität in Nordbayern, sondern bereichert auch die Flora und Fauna einer reich gegliederten Kulturlandschaft. Da diese Bewirtschaftungsform allerdings sehr arbeitsaufwendig ist, droht diese aufgrund des Rückganges der Milchviehhaltung und vor allem aufgrund des aufgelaufenen Sanierungsbedarfes an Wehr- und Pumpanlagen aufgegeben zu werden. Diese reichhaltige Natur und hohe Biodiversität im Stadtgebiet von Nürnberg soll erhalten und gefördert werden. ...mehr (Auszug Storchenprojekt Rednitzaue "Erhalt der traditionellen Wiesenbewässerung")

 

 flyer wässerwiesen im rednitztal klein 1flyer wässerwiesen im rednitztal klein 2flyer wässerwiesen im rednitztal klein 3

 Download: Flyer zu den Wässerwiesen im Rednitztal (pdf, 1.2 MB)

 

 


Niederlande – Overijssel (Haaksbergen) Vloeiweiden auf dem Gutshof «Lankheet»

Kontaktperson: Eric Brinckmann

langheet vloeiweide pictureDie Stiftung «Stichting Waterpark» gewährleistet  Management, Instandhaltung, Erhalt und Schutz der historischen Wiesenbewässerungssysteme (vloeiweiden) des Lankheet Anwesens  (500 ha) an der Grenze der beiden niederländischen Provinzen Overijssel und Gelderland. Das älteste Bewässerungssystem stammt aus dem MIttelalter. In Kooperation mit der Universität Wageningen wird ein Bewässerungssystem des 19. Jahrhunderts reaktiviert und zur biologischen Reinigung des Wassers, das dann für den Betrieb der ältesten Anlage verwendet wird, eingesetzt.

Weiterführende Informationen zum Landgut Lankheet mit der Stiftung Waterpark siehe: www.hetlankheet.nl

Eric Brinckmann hat darüberhinaus einen interessanten Beitrag über historische (traditionelle) Wiesenwässerungssysteme in den Niederlanden und speziell zu den wechselseitigen Funktionen von Wallhecken und Wässerwiesen zur Verfügung gestellt:

E. Brinckmann (2012): Wallen en waterfuncties.Houtwallen als onderdeel van historische watersystemen. In: Baas, H., Groenewoudt, B., Jungerius, P., Renes, H. (ed.): Tot hier en niet verder; historische wallen in het Nederlandse landschap; de stand van kennis, 187-203. Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Amersfoort. Artikel-Download (pdf, 1.4 MB)

 

 

 


picture vloeiweiden lommel

Belgien Flandern «Vloeiweiden in Lommel-Kolonie»

Kontaktperson: Albert Mertens, Albert Jansen    

Die Wässerwiesen (vloeiweiden) in Lommel-Kolonie, in Flandern in der Grenzregion zu den Niederlanden gelegen, wurde 1977 wiederhergestellt und reaktiviert. Ehrenamtliche der lokalen Naturschutzgruppe Natuurpunt Noord-Limburg sorgen für den Erhalt, die Pflege und den Betrieb (das Wässern) der vloeiweiden. Zudem werden Führungen mit Erklärungen zur Geschichte sowie zur Flora und Fauna des Gebiets angeboten.

Mit 215 ha ist die ”Grote Watering“ von Lommel-Kolonie das grösste übriggebliebene Bewässerungssystem des „vloeiweidenproject“, das der Belgische Staat in Kempen um 1850 einrichtete.
Mitglieder der Naturvereinigung ”Natuurpunt” haben auf ”blok II” 15 ha Bewässerungswiese (vloeiweide) im Bettenbau restauriert und den ursprünglichen Zustand wieder hergestellt. Die Fläche wird jährlich im Frühjahr auf die traditionelle Weise bewässert. Gegen Ende Winter wird „gewitterd“: man lässt das Wasser kontrolliert über die Grasnarbe rieseln, um große Mengen Kalk und andere Mineralien ausfallen zu lassen. Dadurch entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Vegetation mit spezifischen Pflanzen. Wegen des gegenwärtigen (Ende Februar 2018) starken Frostes musste das begonnene „witteren“ eingestellt werden, das das Wasser zu schnell gefror; die Arbeit mit der Natur ist unberechenbar.
Die Verbindung von Natur und Kulturerbe erhält zunehmend mehr Beachtung. Geführte Wanderungen und zahlreiche informative und didaktische Aktivitäten über das ganze Jahr werden zur Schärfung des kollektiven Bewusstseins angeboten. Unter dem Thema “Rijke waters; golvend gras!”bemüht sich Natuurpunt die traditionelle Bewässerung (das „witteren“) als immaterielles UNESCO-Kulturgut anerkennen zu lassen.
Um das gestellte Ziel zu erreichen müssen verschiedene Schritte durchlaufen werden. Zuerst muss ein Platz im Inventar der immateriellen Kulturerbe von Flandern erhalten werden. Diese regionale Anerkennung ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur internationalen Anerkennung. Mit Unterstützung des „Centrum voor Agrarische Geschiedenis“ (Zentrum für Agrargeschichte) während des gesamten Prozesses ist dieses Ziel erreichbar: voraussichtliches Zieldatum ist Mitte 2019.
 

Weitere Informationen, siehe www.natuurpunt-noordlimburg.be/Vloeiweiden.html

Siehe auch:  •  www.youtube.com/watch?v=koDwSfh2Tic

                  •  Impressionen von der Heuernte 2015 & 2014  

 

pratum marcidum book coverIm Juli 2015 erschien das Buch «Pratum Marcidum» von Albert Jansen, das sich mit den historischen, geographischen, sozialen und ökologischen Hintergründen der groß angelegte Wiesenbewässerungsarbeiten Mitte des 19. Jahrhunderts in den belgischen Kempen befasst.

Bezug und weitere Information über den Verlag: www.deleeswinkel.be/pratum-marcidum.html

Siehe auch: Zeitungsmeldung in der Gazet van Antwerpen vom 17. Juli 2015

                Zeitungsartikel in Internetgazet vom 11. Oktober 2015

 

 

 

  


Belgium – Wallonia  «Prairie abissée in Cierreux»

Kontaktperson: Pierre Luxen

picture cierreux In Cierreux in der belgischen Provinz Luxembourg in der Wallonischen Region befindet sich eine rehabilitierte Wässerwiese (prairie abissée).

 

Download Flyer «Les prés abissés, une valeur patrimoniale»  (pdf, 2.8 MB)

 

Weitere Ausführungen zur  traditionellen Wässerwiesenpraxis in den Belgischen Ardennen vor dem Hintergrund der Bewahrung der regionalen Biodiversität finden sich in einem französischen Artikel von Pierre Luxen, A. Philippe and S. Rouxhet (2010), der über die Agra-Ost-Website verfügbar ist: www.glea.net/AGRAOST/doc/AbissageArdennebelge2010-articlepdf.pdf

 

 

 



Österreich–Traditionelle Bewässerung im Tiroler Oberland


Kontaktt: Kurt Tschiderer

tirol-de.pngEintrag in das nationale Verzeichnis immaterieller Kulturerben

Im Tiroler Oberland finden sich unter aufgelassenen und neuen Bewässerungssystemen (Beregnungsanlagen) vereinzelt traditionelle Bewässerungsanlagen, die noch nach überlieferten Betriebsweisen bewirtschaftet werden oder mit geringem Aufwand nach althergebrachten Methoden wieder in Betrieb genommen werden könnten. Betreiber und Vorsteher dieser traditionellen Bewässerungsanlagen sowie Bürgermeister, in deren Gemeindegebiet sich solche traditionelle Anlagen befinden, wollen diese dokumentieren und 2018 den Eintrag derselben in das nationale Verzeichnis immaterieller Kulturerben beantragen.

Die 6 traditionellen Bewässerungssysteme im Tiroler Oberland: Aus dem Schweizer Engadin kommend, fließt der Inn in Tirol durch das Obere Gericht in Richtung Landeck. In diesem Abschnitt wird in Ried im Oberinntal linksufrig der Frauner Waal betrieben. In Landeck funktioniert der Untere Perjenner Waal als Berieselungsanlage. Das Wasser, das der Grinner Fullwaal auf die zu bewässernden Wiesen leitet, wird teilweise mit Beregnungsanlagen und teilweise mit Berieselungswaalen verteilt. Mit wenig Aufwand kann man im östlichen Teil des Stanzer Waalsystems, welches die Bewässerungs-genossenschaft „Neuer Bach“ betreibt, die Berieselung wieder aufnehmen. Die Piezen, welche die Berieselungswaale mit Wasser speisen sind als Kleinökosysteme bereits unter Schutz gestellt und betriebsbereit. Einmalig ist die Anlage in Imst, die mitten im Stadtgebiet ca. 30a Grund bewässert, auf der Heuwirtschaft und Obstbau betrieben wird. Das Bewässerungssystem in Obtarrenz im Gurgltal ist mit jenen in Grins und Ried vergleichbar. Die Bewässerung der Alm-, Wiesen- und Ackerflächen im Tiroler Oberland ging wohl mit Kultur der Räter einher, wie sowohl die Flur- und Gerätebezeichnungen als auch jene der Betriebsweisen aus dem Rätoromanischen annehmen lassen. Die Gebiete stellen, arten- und strukturreiche Regenerationsräume für Natur und Mensch dar. Sie können Teil räumlicher Strategien werden, die ihre Entwicklungskonzepte auf den spezifischen Potentialen der Region aufbauen und eine Zukunftschance darin erkennen, regionale Identitäten zu stärken und anzubieten.
Mit dem Bemühen um den Eintrag in das nationale Verzeichnis immaterieller Kulturerben wird das Ziel verfolgt, einerseits das alte Wissen und Techniken um die Bewässerung und andererseits die traditionellen Bewässerungssysteme im Tiroler Oberland zu erhalten und wo nötig Bewässerungsanlagen zu restaurieren und damit die gewachsene Kulturlandschaft im Bereich traditioneller Bewässerung zu bewahren und aktiv Rieselbewässerung nach traditionellen Verfahren auszuüben, wobei eine Gemeinschaft die Bewässerungsorganisation trägt. Es sollen materielle Werte (Kulturlandschaft /Bewässerungssystem) und im Besonderen immaterielle Werte (traditionelle Rieselbewässerungspraxis, Überlieferung alten Wissens) miteinander verknüpft werden. Dabei sind multifunktionale Anlagen geplant, die der Landwirtschaft, dem Tourismus, der regionalen Kultur, der Weiterbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses und der Allgemeinheit sowie ökologischen Belangen dienen und ein immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO darstellen.

Kurt Tschiderer & Christian Leibundgut
 
 

 

 


Schweiz – «Wasserkanäle in Val Müstair»

Kontakt: Stiftung Landschaftsschutz SchweizSL-FP: info@sl-fp.ch

müstair.pngIn der Val Müstair entstand auf Initiative der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) 2005 ein Konzept der noch vorhandenen Spuren der traditionellen Bewässerungskanäle (auals). So entstand eine Übersichtskarte, die einen Vergleich mit den 1970 letztmals erhobenen Kanälen zulässt. In partnerschaftlicher Weise wurden seit 2008 bis heute insgesamt sechs auals reaktiviert. Eine Wiederaufnahme der traditionellen Wiesenbewässerung ist allerdings bislang nicht möglich geworden. Diese auals, die vom Forstdienst unterhalten werden, sind heute signalisiert. In einem Buch "Flurbewässerung im Münstertal" (Neuauflage 2018) wurden die Resultate der Erforschung der auals wiedergegeben.

 

 

 

 

 



Switzerland – «Wasserkanäle in Valsot, Unterengadin»

Kontakt: Stiftung Landschaftsschutz SchweizSL-FP: info@sl-fp.ch

valsot.pngWasserkanäle als prägendes Landschaftselement

Das Unterengadin ist bekannt für seine natur- und kulturhistorisch bedeutsame Terrassenlandschaft.
An den Hängen wurde Ackerbau betrieben, die höher gelegenen Flächen und die Talböden als Wiesland bewirtschaftet. Das Unterengadin zählt aber auch zu einer der niederschlagärmsten Regionen der Schweiz. Vermutlich seit dem Mittelalter spielte die Bewässerung eine entscheidende Rolle für die Landwirtschaft. Die Wasserkanäle (auals) in der Gemeinde Valsot waren bis 1934 in Betrieb, danach wurde der Unterhalt aufgrund des hohen Aufwands und niederschlagsreicher Jahre aufgegeben. Es gibt immer weniger Landwirte, welche das Bewässerungssystem noch genutzt haben und das entsprechende Wissen droht zu verschwinden. Einige Kanäle führen heute noch Wasser und tragen damit zur Lebensraumvielfalt bei. Die Strukturen der Bewässerungslandschaft sind besonders im Herbst mit den gemähten Wiesen deutlich sichtbar. Es sind Zeugen der historischen Kulturlandschaft und der früheren Bewirtschaftung. Seit 2016 besteht ein Projekt zur Reakivierung einzelner auals.
 

  

 


Schweiz «Torrent Neuf»
Emmanuel Reynard empfiehlt die Website zu einem Bisse (Saviése, Wallis), der derzeit saniert wird; er ist der Secrétaire der verantwortlichen Association.

www.torrent-neuf.ch

 

Document Actions